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Learny Amt

Zukunftskompetenzen entstehen im Dienst.

Einreichung zur IÖB-Challenge 303 des Bundeskanzleramts

Lernkonzept für die Bundesverwaltung

Zukunfts­kompetenzen entstehen im Dienst.

Learny Amt bringt kurze Lernformate in den Dienstalltag der Bundesverwaltung.

  1. Vermuten
  2. Einschätzen
  3. Auflösen
  4. Wiederkommen
So läuft jeder Lernschritt ab: Sie vermuten zuerst selbst, danach sehen Sie die Auflösung. Nach 3, 14 und 60 Tagen kommt die Frage noch einmal.

8

Lernformate in vier Bereichen

3, 14, 60Tage

Nach diesen Abständen kommt ein Inhalt wieder.

5Personen

So viele müssen mindestens beitragen, damit eine Auswertung erscheint.

0

Auswertungen über einzelne Bedienstete

Wie aus Neugier Kompetenz wird

Die meisten Bediensteten sind neugierig. Im Dienst fehlt aber oft die Gelegenheit, eine Frage zu stellen, eine Vermutung zu äußern oder etwas auszuprobieren, ohne dass es einem schadet. Learny Amt schafft dafür drei Gelegenheiten. Wer sie nutzt, übt dabei die drei Kompetenzen aus dem Zielbild der Challenge.

  1. Ausgangspunkt

    Neugier

    • Etwas fragen
    • Etwas vermuten
    • Etwas ausprobieren
  2. Was Learny Amt dafür bereitstellt

    Drei Gelegenheiten

    • Sie tragen eine Frage ein, ohne dass jemand antworten muss.
    • Sie notieren Ihre Vermutung nur für sich.
    • Sie halten einen Versuch fest, auch wenn er nicht gelungen ist.
  3. Was dabei geübt wird

    Drei Kompetenzen

    • Lernkompetenz
    • Kritisches Denken
    • Problemlösefähigkeit
  4. Was die Leitung sieht

    Wirkung je Einheit

    • Vier Kennzahlen zeigen, was sich in einer Einheit verändert.
    • Ein Wert erscheint erst ab fünf beitragenden Personen.
    • Die Kennzahlen schließen an die Mitarbeiter:innen­befragung und die Innovationsmessung des Bundes an.

Drei Kompetenzfelder und sechs Kernkompetenzen

Die drei Felder stammen aus dem Zielbild der Challenge. Die sechs Kernkompetenzen darunter kommen aus einem Rahmen, den das OECD Observatory of Public Sector Innovation (OPSI) 2017 veröffentlicht hat. Die deutschen Namen sind eine eigene Übersetzung.

Lernkompetenz

Selbstgesteuert weiterlernen und offen für Neues bleiben

  • Neugier
  • Iteratives Arbeiten

Geübt mit

  • Kompetenzkompass
  • Konfidenz-Schleuse
  • Wiedervorlage

Kritisches Denken

Eigene Annahmen prüfen und Bestehendes hinterfragen

  • Datenkompetenz
  • Widerspruch

Geübt mit

  • Bauchgefühl-Test
  • Fragesuche
  • Feld „Annahme“

Problemlösefähigkeit

Neue Lösungswege erkunden und etwas ausprobieren

  • Nutzerzentrierung
  • Erzählen

Geübt mit

  • Versuchsvermerk
  • Offene Frage
  • Sitzungsraum

In diesem Rahmen ist Neugier selbst eine der sechs Kernkompetenzen.

So läuft ein Lernschritt ab

Jedes Thema besteht aus mehreren Aspekten. Zu jedem Aspekt gehen Sie vier Schritte durch. Danach kommt er in immer größeren Abständen wieder.

  1. Vermuten

    Zu jedem Aspekt gibt es eine Frage. Sie schreiben zuerst auf, was Sie vermuten.

  2. Einschätzen

    Auf einem Regler von 50 bis 100 Prozent geben Sie an, wie sicher Sie sind. Diese Angabe sehen nur Sie selbst.

  3. Auflösen

    Danach lesen Sie die Auflösung mit der Fundstelle und sagen selbst, ob Ihre Vermutung gestimmt hat.

  4. Wiederkommen

    Jeder Aspekt kommt nach 3, 14 und 60 Tagen wieder. Nach einem Irrtum beginnt die Reihe wieder bei 3 Tagen.

Die Auflösung kommt erst nach der Vermutung. Wer sich bei einem Irrtum sehr sicher war, merkt sich die richtige Antwort besonders gut (Hypercorrection-Effekt, Butterfield & Metcalfe 2001). Ob Ihre Vermutung gestimmt hat, beurteilen Sie selbst.

Acht Lernformate in vier Bereichen

Alle Formate sind kurz und laufen ohne Installation im Browser am Arbeitsplatz.

Lernen

Themen durcharbeiten und nach einiger Zeit wiederholen.

  • Kompetenzkompass

    Zeigt die drei Kompetenzfelder und Ihren Lernstand in jedem Feld.

    Selbstgesteuertes Lernen

  • Konfidenz-Schleuse

    Zu jeder Frage schreiben Sie erst Ihre Vermutung und lesen dann die Auflösung.

    Lernen aus Irrtümern, verteilte Wiederholung

Üben

Das eigene Urteil an Beispielen erproben, ohne dass jemand mitzählt.

  • Bauchgefühl-Test

    Neun Entscheidungen aus dem Amtsalltag, bei denen das Bauchgefühl oft danebenliegt.

    Lernen aus eigener Erfahrung

  • Fragesuche

    Sie sehen einen Rechtssatz und suchen die Frage, auf die er die Antwort gibt.

    Lernen durch Abrufen (Testeffekt)

Wissen

Das Wissen der Dienststelle finden und pflegen.

  • Wissensverzeichnis

    Hier finden Sie die Richtlinien der Dienststelle und können sie im Volltext durchsuchen. Dazu gibt es einen freiwilligen Selbsttest.

    Wissen finden und selbst überprüfen

  • Rechtsquellen-Werkstatt

    Multiplikator:innen schreiben Lernthemen aus Normtexten des RIS. Eine zweite Person gibt jedes Thema fachlich frei.

    Amtliche Quelle

Anwenden

Das Gelernte in der eigenen Arbeit ausprobieren.

  • Versuchsvermerk

    Hält fest, was jemand angenommen, versucht und gelernt hat, auch wenn es nicht geklappt hat.

    Gelerntes anwenden, aus Fehlversuchen lernen

  • Sitzungsraum

    In einer Besprechung tippen die Anwesenden ihre Fragen anonym ein, ohne sich anzumelden.

    Alle im Raum beteiligen

Drei Rollen in der Dienststelle

Bedienstete lernen im Dienst. Führungskräfte geben dafür Zeit frei, und Multiplikator:innen bereiten die Inhalte auf.

Eine Hand liegt auf einem leeren Ringbuch auf einem Holztisch, daneben ein Stift.

Bedienstete

  • Arbeiten ein Thema in kurzen Einheiten durch, wenn zwischendurch Zeit ist.
  • Schreiben zuerst ihre Vermutung und lesen dann die Auflösung.

Was sie sehen: den eigenen Lernstand, den sonst niemand sieht.

Zwei Personen reichen sich über einen hellen Tisch die Hand.

Führungskräfte

  • Geben im Dienst Zeit zum Lernen frei.
  • Veröffentlichen eigene Versuchsvermerke im Team, auch wenn die Annahme nicht gestimmt hat.

Was sie sehen: Kennzahlen der eigenen Einheit ab fünf Personen, aber keine Einzeldaten.

Zwei Hände über einem aufgeschlagenen Notizbuch, von oben gesehen.

Multiplikator:innen

  • Schreiben Lernthemen aus Rechtsquellen, jeweils mit Fundstelle.
  • Geben Themen fachlich frei. Erst danach sehen Bedienstete sie.

Was sie sehen: ihre Themen mit Freigabestand und das Wirkungsbild.

Die Vorführung ist ohne Konto zugänglich

Sie zeigt eine fertig eingerichtete Dienststelle mit erfundenen Beispieldaten.

Was die Innovationsmessung des Bundes zeigt

In der Innovationsmessung 2023 haben die Sektionen des Bundes angegeben, was Innovation hemmt. Sie nennen vor allem drei Rahmenbedingungen: Regeln und Arbeitsorganisation, den Umgang mit Fehlern und die Art, wie Ideen und Leistung belohnt werden.

Rahmenbedingungen, die Sektionen als hemmend einstufen
Regeln und Arbeitsorganisation41,30 %
Umgang mit Fehlern34,78 %
Art, wie Ideen und Leistung belohnt werden26,09 %

Deshalb verzichtet Learny Amt auf Punkte und Ranglisten.

Skala 0 bis 100 %. Innovationsbericht des Bundes 2024, S. 13. Innovationsmessung 2023: Anteil der 46 antwortenden Sektionen (von 70), die die Rahmenbedingung als eher oder stark hemmend einstufen.

Für mehr als 70 % der gemeldeten Innovationen liegt laut Bericht noch keine Evaluation vor. Learny Amt hält deshalb von Anfang an fest, was sich in einer Einheit verändert.

Gemeldete Innovationen der Bundesministerien ohne Evaluation

über 70 %

Der leere Teil rechts steht für Innovationen, zu denen eine Evaluation vorliegt.

Innovationsbericht des Bundes 2024, S. 22

Learny Amt richtet sich zunächst an die rund 12.000 bis 14.000 Bediensteten der Zentralstellen.

Spielerische Formate, aber keine Punkte

Konfidenz-Schleuse, Bauchgefühl-Test und Fragesuche funktionieren wie ein kleines Spiel: Man rät zuerst und erfährt dann die Auflösung. Im Sitzungsraum können alle Anwesenden mitmachen, indem sie Fragen einbringen. Punkte, Abzeichen und Ranglisten gibt es trotzdem nicht, aus den folgenden Gründen.

  • Es gibt keine Punkte, Abzeichen oder Serienzähler. Belohnungen können das eigene Interesse am Lernen verdrängen. Das zeigt die Metaanalyse von Deci, Koestner und Ryan.
  • Es gibt keine Rangliste unter Kolleg:innen. Wer mit anderen verglichen wird, stellt eher sichere als neugierige Fragen. Auch die Innovationsmessung nennt die Art der Belohnung als Hemmnis.
  • Niemand wird einzeln bewertet. Den eigenen Lernstand sieht nur die Person selbst.
  • Führungskräfte sehen keine Einzeldaten. Eine Kennzahl erscheint erst, wenn mindestens fünf Personen beigetragen haben.
  • Es gibt weder Emotionserkennung noch Biometrie. Emotionserkennung am Arbeitsplatz ist nach Art. 5 Abs. 1 lit. f KI-VO verboten. Die Anwendung nutzt weder Kamera noch Mikrofon.
  • Es gibt kein Sprachmodell. Die Lerninhalte schreiben und prüfen Menschen. Schlagworte und Selbsttests berechnet der eigene Server mit statistischen Verfahren.

Was die Forschung über Belohnungen sagt

Eine Metaanalyse über 128 Studien hat untersucht, wie Belohnungen auf freiwilliges Tun wirken. Drei der untersuchten Belohnungsarten entsprechen dem, was Lern-Apps mit Punkten tun. Bei allen dreien haben sich die Belohnten danach weniger freiwillig mit der Sache beschäftigt.

Wie stark die freiwillige Beschäftigung zurückging, je nach Art der Belohnung
Belohnung für das Mitmachen−0,40

Vergleichbar mit Punkten für eine gestellte Frage.

Belohnung für die Erledigung−0,36

Vergleichbar mit einem Abzeichen für ein abgeschlossenes Modul.

Belohnung für die Leistung−0,28

Vergleichbar mit einer Rangliste innerhalb der Dienststelle.

Skala 0 bis 0,5. Deci, Koestner & Ryan 1999, Psychological Bulletin 125(6), 627–668. Metaanalyse über 128 Studien. Cohens d für die frei gewählte Beschäftigung gegenüber einer Gruppe ohne Belohnung; negativ bedeutet weniger.

Learny Amt misst die Wirkung in der Organisations­einheit und nie bei einzelnen Personen.

Wo die Daten liegen

Die Übersicht zeigt alle Orte, an denen Daten verarbeitet werden.

Welche Daten wohin übertragen werden

Arbeitsplatz der Bediensteten

Im Browser läuft nur die Anwendung selbst. Sie lädt nichts von Dritten, auch keine Zählpixel.

Verschlüsselte Verbindung

Übertragen werden die Eingaben und die Seiten, die der Server zurückschickt.

Server in Straßburg (FR)

Anwendung, Datenbank und Schriften liegen auf einem Rechner. Es gibt keinen Cloud-Speicher, keinen fremden Anmeldedienst und kein Sprachmodell.

Der Server holt den Normtext

Das geschieht nur in der Rechtsquellen-Werkstatt. Übertragen wird dabei der Suchbegriff oder die Kennung einer Norm.

Rechtsinformationssystem des Bundes

außerhalb des eigenen Betriebs

Das RIS des Bundeskanzleramts (data.bka.gv.at) liefert die Normtexte mit Fundstelle.

Vorführung, Datenblatt und Einreichung

Vorführbetrieb

Die Vorführung lässt sich ohne Konto in vier Rollen ansehen.

Datenblatt

Das Datenblatt beschreibt alle Daten, Speicherorte und Löschfristen. Es eignet sich zur Vorlage bei der Personalvertretung.

Einreichung

Die Einreichung fasst das Konzept auf fünf Seiten zusammen und liegt auch als PDF vor.

Learny Amt — Zukunftskompetenzen für die öffentliche Verwaltung